
Baby lässt sich nicht ablegen
Mein Baby will nur auf dem Arm schlafen – was tun?
Lesezeit: ca. 7 Minuten | Für Eltern von Neugeborenen bis 18 Monaten
Du hast dein Baby gerade nach 40 Minuten auf dem Arm endlich zum Einschlafen gebracht. Vorsichtig, millimeterweise, legst du es ins Bettchen. Du hältst den Atem an. Und dann – nach drei Sekunden – geht das Weinen wieder los.
Der sogenannte "Ablegeschmerz" gehört zu den erschöpfendsten Erfahrungen junger Eltern. Nicht weil Babys das absichtlich tun – sondern weil sie es schlicht nicht besser kennen. Doch das lässt sich ändern.
In diesem Artikel erfährst du, warum dein Baby nur auf dem Arm einschläft, welche Phasen besonders herausfordernd sind – und was du konkret tun kannst, um wieder Hände frei zu bekommen.
Warum schläft mein Baby nur auf dem Arm?
Die kurze Antwort: Weil es sich dort sicher und geborgen fühlt. Die längere Antwort erklärt, warum das so ist.
Im Mutterleib war dein Baby 9 Monate lang eng eingehüllt, mit dem Herzschlag der Mutter als Hintergrundgeräusch, in sanfter Bewegung. Das ist alles, was es kennt. Die Welt außerhalb – offen, flach, still und kalt – ist das Fremde.
Babys unterscheiden zunächst nicht zwischen "im Arm der Mama" und "sicher". Beides ist für sie dasselbe. Das Ablegen fühlt sich buchstäblich wie eine Bedrohung an – und löst eine uralte Schutzreaktion aus: das Weinen.
Wusstest du? Neugeborene haben einen sogenannten Moro-Reflex: Sobald sie ein Gefühl von "Fallen" wahrnehmen – zum Beispiel beim Ablegen – strecken sie ruckartig Arme und Beine aus und erschrecken sich selbst wach. Dieser Reflex verschwindet erst mit etwa 4–6 Monaten.

In welchen Phasen ist es besonders schlimm?
Fast alle Babys haben Phasen, in denen sie noch näher bei den Eltern sein wollen als sonst. Besonders herausfordernd sind:
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Die ersten 12 Wochen ("viertes Trimester") – dein Baby gewöhnt sich gerade erst ans Leben außerhalb des Bauchs
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Wachstumsschübe (Woche 3, 6, 12, 19, 26) – das Gehirn verarbeitet Unmengen neuer Informationen
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Zahnen – Schmerzen und Unwohlsein verstärken das Bedürfnis nach Nähe
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Erkrankungen und Impfreaktionen
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Neue Umgebungen oder Veränderungen in der Familie
Wenn du gerade in einer dieser Phasen steckst: Es ist zeitlich begrenzt. Aber das macht es nicht weniger zermürbend – und du brauchst trotzdem Lösungen für jetzt.
Was wirklich hilft – konkrete Strategien
1. Den Vorgang des Ablegens verlangsamen
Statt das schlafende Baby zügig abzulegen, nimm dir wirklich Zeit: Beuge dich tief herunter, lege zuerst den Po ab, dann den Rücken, dann den Kopf – und bleibe danach noch 20–30 Sekunden nah. Deine Wärme und der Geruch bleiben kurz erhalten.
Tipp: Lege ein getragenes T-Shirt von dir unter das Laken. Der vertraute Geruch beruhigt dein Baby auch ohne deinen Körper.
2. Nicht im Tiefschlaf ablegen
Viele Eltern warten, bis das Baby "endlich tief schläft" – und legen es dann ab. Paradoxerweise ist das oft der falsche Moment. Babys wachen aus dem Tiefschlaf beim Ablegen häufig auf, weil der Kontrast zu groß ist.
Versuche, dein Baby schläfrig, aber noch leicht wach abzulegen – also in dem Moment, in dem die Augen gerade schwer werden. So lernt es, den Übergang in den Schlaf selbst zu vollenden.
3. Wärme vorbereiten
Eine kalte Unterlage lässt Babys sofort aufwachen. Wärme das Bettchen oder die Wiege vorher an – zum Beispiel mit einer Wärmflasche (vor dem Ablegen entfernen!) oder einem angewärmten Tuch. Die Temperatur sollte angenehm warm, aber nicht heiß sein.
4. Bewegung als Brücke nutzen
Dein Baby ist an Bewegung gewöhnt – vom Arm in die Stille zu wechseln ist ein großer Sprung. Eine Federwiege oder Hängewiege kann hier als sanfte Brücke dienen: Das Baby wird nicht in Stille und Starrheit abgelegt, sondern in eine sanft schaukelnde Umgebung, die der Bewegung auf dem Arm ähnelt.
Die Wombagee Hängewiege – weniger Arm, mehr Schlaf
Viele Eltern berichten, dass ihre Babys in der Wombagee Hängewiege zum ersten Mal wirklich abgelegt werden konnten – weil das tiefe, körperumschließende Design den Übergang vom Arm sanft abfedert. Die Wiege passt sich der Bewegung des Kindes an, statt es in eine flache, starre Umgebung zu legen.
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5. Pucken – sanft einwickeln
Pucken (das feste, aber sanfte Einwickeln des Babys in ein Tuch) ahmt das enge Gefühl des Mutterleibs nach und unterdrückt den Moro-Reflex. Besonders in den ersten 8–12 Wochen ist Pucken eine sehr wirkungsvolle Einschlafhilfe.
Wichtig: Pucke nur die Arme, niemals die Hüften oder Beine eng – das kann die Hüftentwicklung beeinträchtigen. Achte auf korrekte Pucktechnik oder nutze fertige Puckpads.

6. Weißes Rauschen
Im Mutterleib war es alles andere als still – das Rauschen der Blutgefäße, der Herzschlag, die Verdauungsgeräusche der Mutter waren omnipräsent. Weißes Rauschen (z.B. aus einer App oder einem Gerät) imitiert genau das und hilft vielen Babys, sich auch ohne Arm zu beruhigen.
7. Tragezeit tagsüber erhöhen
Klingt kontraintuitiv – aber je mehr Körperkontakt dein Baby tagsüber bekommt, desto sicherer fühlt es sich insgesamt. Ein sichereres Baby lässt sich häufig leichter ablegen, weil sein Bedürfnis nach Nähe besser gestillt ist.
Baby tragen von Wombagee Wiegenmanufaktur
Was du wissen solltest: Es gibt keine Wunderlösung
Kein Produkt, kein Trick und keine Methode funktioniert bei jedem Baby. Manche Babys brauchen einfach länger, bis sie sich an das Ablegen gewöhnen. Das ist nicht dein Fehler – und es bedeutet nicht, dass du etwas falsch machst.
Was du aber tun kannst: Mehrere Strategien kombinieren und beobachten, was bei deinem Baby wirkt. Und dir selbst erlauben, Hilfe anzunehmen – sei es von Partner:in, Familie oder einem guten Produkt.
Häufige Fragen (FAQ)
Verwöhnt man ein Baby, wenn man es immer auf dem Arm trägt?
Nein. Babys unter 6 Monaten können nicht "verwöhnt" werden – ihr Bedürfnis nach Nähe ist ein biologisch verankertes Grundbedürfnis. Auf Nähe zu reagieren stärkt das Urvertrauen deines Kindes und macht es langfristig selbstständiger, nicht abhängiger.
Ab wann lernt ein Baby, alleine einzuschlafen?
Das ist sehr individuell. Viele Babys entwickeln zwischen dem 4. und 6. Monat die Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen. Vorher fehlt ihnen dazu die neurologische Reife. Druck oder "Schreien lassen" ist in dieser Phase wissenschaftlich nicht empfohlen.
Mein Baby schläft nur im Auto – was steckt dahinter?
Dasselbe Prinzip: Bewegung, weißes Rauschen (Motorgeräusch), enge Sitzposition. Das Auto ist für viele Babys ein perfekter Einschlafcocktail. Eine Federwiege kann ähnliche Reize in kontrollierbarer Form bieten – ohne dass du jedes Mal losfahren musst.
Ich bin am Ende meiner Kräfte – was kann ich tun?
Bitte hol dir Hilfe. Rede mit dem Kinderarzt, der Hebamme oder einer Schlafberaterin. Und: Es ist absolut okay, dein Baby sicher abzulegen und kurz aus dem Zimmer zu gehen, wenn du merkst, dass du am Limit bist. Du kannst nur für dein Kind da sein, wenn du selbst noch stehst.
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